Georgien passt zu Selbstständigen, Unternehmern und Anlegern, die von Einkünften aus dem Ausland leben und einen Standort suchen, der diese Einkünfte nicht anfasst. Es passt außerdem zu Selbstständigen, die ihre Arbeit vor Ort machen und mit dem Kleinunternehmerstatus bei 1 Prozent landen. Es passt nicht zu jemandem, der eine Ansässigkeitsbescheinigung braucht, ohne im Land zu sein, und es passt nicht zu jemandem, dessen Einkünfte ohnehin dort besteuert werden, wo sie entstehen.
Das territoriale System ist der Grund für alles andere
Ansässige Privatpersonen sind in Georgien von der Steuer auf Einkünfte befreit, die keine georgische Quelle haben. Das ist der Kern, und es ist der Grund, warum Georgien in dieser Region die Standardantwort ist. Dividenden aus einem ausländischen Depot, Gewinne einer ausländischen Gesellschaft, Zinsen aus dem Ausland: Georgien erhebt darauf keine Einkommensteuer.
Ein Prozent für Selbstständige, und zwar dauerhaft
Ein Einzelunternehmer mit Kleinunternehmerstatus zahlt 1 Prozent auf den Umsatz bis 500.000 Lari im Jahr. Das ist kein Anfängertarif, der nach zwei Jahren ausläuft, sondern der Regelfall dieses Status. Georgien hat damit den Platz besetzt, den Armenien mit dem Ausschluss von IT und Beratung aus seinem Mikroregime im Juli 2025 geräumt hat.
Was gegen Georgien spricht
Die Ansässigkeitsbescheinigung ist Georgiens schwacher Punkt. Sie setzt 183 Tage tatsächliche Anwesenheit voraus, und der Weg daran vorbei steht nur Vermögenden offen. Wer einen belastbaren Nachweis für die deutsche Bank und das deutsche Finanzamt braucht, ohne ein halbes Jahr im Land zu verbringen, hat es hier schwerer als in Armenien. Das ist der ehrliche Preis des georgischen Modells.
Die zweite Einschränkung betrifft deine eigene Arbeit. Was du in Georgien tust, ist georgische Quelle, auch wenn der Kunde in München sitzt. Die territoriale Freistellung deckt dein Portfolio, nicht deinen Schreibtisch.
Und der Standort ist politisch nicht ruhig. Abchasien und Südossetien stehen außerhalb der georgischen Kontrolle, die Beziehungen zur Europäischen Union sind belastet, und die Einwanderungspraxis hat sich in den letzten Jahren mehrfach bewegt. Wer hier plant, plant in einem Land, das seine Regeln anpassen kann und es auch tut.

